In dieser Ausgabe berichten wir von unserer Generalversammlung wo eine Namensänderung in "KAB Schweiz - Christliche Sozialbewegung", davon wie Brücke · Le pont  in Lateinamerika neue Perspektiven für Hausangestellte schafft und Thomas Wallimann vom Sozialinstitut "ethik22" berichtet von den Zusammenhängen zwischen Christentum, Arbeit und Geld.

 

 ... sind Grundprinzipien der neu gewählten KABÖ-Vorsitzenden Anna Wall-Strasser

„Die Arbeit ist eine wesentliche Säule persönlicher Identität und gesellschaftlich der ´Dreh- und Angelpunkt der sozialen Frage´“, sagt Johannes Paul II. in der Enzyklika Laborem Exercens. „Dennoch ist heutzutage die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit überhaupt nicht modern, ja sie wird geradezu vernachlässigt, auch in der Kirche“, sagte Mag.a Anna Wall-Strasser, die am vergangenen Wochenende auf der Bundeskonferenz der Katholischen ArbeitnehmerInnen Bewegung Österreich in Graz einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

„Es stehen riesige Herausforderungen an. Viele Menschen können von ihrer Arbeit nicht mehr leben, – man denke an die Prekarisierung – das Tempo und der Druck steigen immer mehr“, sagte Anna Wall-Strasser, bis vor kurzem Leiterin der Betriebsseelsorge Oberösterreich.

„Die rasch fortschreitende Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bereits so massiv, dass hier aus Sicht der KAB dringend die sozialen Auswirkungen und die davon betroffenen Menschen in den Mittelpunkt gestellt und entsprechende Maßnahmen der Begleitung gesetzt werden müssen“, so Wall Strasser. Die KAB stehe für „GUTE ARBEIT. Sie motiviert Menschen, sich in ihren Arbeitsverhältnissen in diesem Sinne zu engagieren, und fordert wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen dafür ein. Arbeitswelt muss menschengerecht sein“, bekräftigt Anna Wall-Strasser auch auf Basis des Sozialhirtenbriefes der österr. Bischöfe (1990) und des ökumenischen Sozialworts (2003), die eine Selbstverpflichtung der Kirchen beinhalten, sich aktiv in die Themen Mensch und Arbeitswelt einzubringen.

Anna Wall-Strasser ist Theologin und war 36 Jahre in der Diözese Linz zunächst als Betriebsseelsorgerin, dann als Leiterin des Bildungshauses Betriebsseminar und schließlich als Referentin und später Leiterin der Betriebsseelsorge Oberösterreich tätig. Mit November 2018 trat sie in den Ruhestand. Ihr ehrenamtliches Engagement geht aber auch in der Pension weiter. So ist sie Obfrau der Arbeitslosenstiftung B7 in Linz und nun, neu zwar, aber doch Zeit ihres Berufslebens inhaltlich eng verbunden, in der KAB Österreich engagiert.

Der bisherige KABÖ-Vorsitzende Philipp Kuhlmann wurde für seine Tätigkeit in den letzten 3 Jahren herzlichst bedankt. Mit ihm und Reinhold Grausam (OÖ) als stv. Vorsitzenden, sowie dem geistlichen Assistenten Fritz Krull (Wien) bleibt ein bewährtes Team bestehen. Bedankt für ihr tatkräftiges Engagement als stv. Vorsitzende in den letzten Jahren wurden Margit Savernik aus OÖ und Johannes Labner aus der Steiermark.

- Wieso sind arme Menschen häufiger krank und kranke Menschen häufiger arm?
- Was haben Berufsbildung und Bandenkriminalität in Honduras miteinander zu tun?
- Was bedeutet Solidarität als Haltung den Schwächeren gegenüber?
 
Diese und weitere Fragen beschäftigen uns im aktuellen Infoblatt der KAB Schweiz. Anbei finden Sie ein PDF der Dezemberausgabe.
 
Gerne möchte ich sie bei dieser Gelegenheit auf den Sozialtag am 12. Januar 2019 in Goldau aufmerksam machen. Am traditionellen Bildungstag der KAB gemeinsam mit "ethik22" und der UCS beschäftigen uns die Fragen:
 
Wie leben wir, was wir glauben? - Wie leben wir zusammen?
 
Darüber wollen wir als Menschen mit jüdischer, muslimischer, buddhistischer, evangelischer und katholischer Glaubensperspektiven gemeinsam nachdenken.
 
Alle Interessierten sind ganz herzlich eingeladen. Anbei finden Sie einen Flyer mit allen Informationen.
 

Vom 18. bis 20. Oktober 2018 hat in Birmingham (Großbritannien) die internationale Tagung „Di­gitale Arbeit - arbeiten jederzeit und überall“ stattgefunden, an der der KVW mit anderen Verbänden aus insgesamt zehn europäischen Ländern teilgenommen hat.
 
Wer kennt das nicht? Das Handy piepst am Abend, eine Nachricht von der Arbeit flattert herein. Die Digitalisierung hat die Gesellschaft spätestens mit den Smartphones in ihrer Breite erreicht. Sie lässt die bisherigen Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit dahinschmelzen und bringt sowohl Vor- teile als auch Herausforderungen mit sich. Auf der Tagung in Birmingham haben die Vertreter*innen aus 10 europäischen Ländern von Portugal bis Tschechien und von Großbritannien bis Italien auf die mit der Digitalisierung zusammenhängenden Veränderungen reflektiert. Was hilft den Menschen? Was sind dabei Probleme und welche Herausforderungen ergeben sich daraus? Neben dem britischen Parlamentsabgeordneten und stellvertretenden Vorsitzenden der Labour Partei Thomas Anthony Watson referierte die österreichische KAB-Sekretärin Gabriele Kiensberger zu diesem Thema. Die EBCA, der Zusammenschluss der christlichen Bewegungen der Arbeitnehmer*Innen in Europa, fordert in ihrer Stellungnahme ein, dass die Digitalisierung sowohl die Menschenwürde als auch die Frage der Nachhaltigkeit als Orientierungsleitplanken berücksichtigen muss. Die inhaltliche Diskussion wird im nächsten Jahr bei einer Folgeveranstaltung fortgesetzt.

Personen auf dem Foto von links nach rechts: Wilfried Wienen (D), Mary Foy (UK), Andreas Luttmer-Bensmann (D), Thomas Watson (MP in UK), Charly Brunner und Margit Kammerer (Südtirol), Otto Meier (D – Präsident der EBCA)
 


Wer sind WIR? Sind wir WER? Haben wir Zukunft? Oder sind wir Vergangenheit? Egal wie wir es drehen und wenden, wenn man über die Zukunft sprechen will, muss man die Vergangenheit kennen und dabei die Gegenwart nicht ausser Acht lassen. Das Zitat: «wir denken an die Zukunft, reden von der Vergangenheit und vergessen die Gegenwart» hat leider in unserer Gesellschaft seinen festen Platz eingenommen.

Wer sind WIR? Das ist nicht eine Frage der Vergangenheit, sondern die Geschichte gibt darüber Auskunft. Und auf diese – unsere Geschichte können und dürfen wir sehr stolz sein.

Sind wir WER? Wenn diese Frage einfach beantwortet werden könnte, mit: «Natürlich – Brust raus und Achselklopfen», warum kämpfen wir dann gegen Mitgliederschwund und Auflösungen von Sektionen? Ja, wir sind wer und wir haben Zukunft! Ich persönlich glaube fest daran, an uns, an die KAB! Ich geniesse seit dem 1. Augst 2017 meine Frühpensionierung. Wollte mich nur noch um meine Töchter, Enkelkinder, Lebenspartnerin, Wandern und Schrebergarten kümmern.

Und jetzt? Ja, jetzt präsidiere ich die KAB St. Josef Zürich5 und bin neu im Vorstand der KAB Schweiz. Wieso – warum eigentlich? Weil ich an die Institution KAB glaube und ihr vertraue! Ich bin ein Teil davon und will mit meinen Möglichkeiten aktiv daran teilnehmen und mit gleichgesinnten Idealisten mithelfen, dass die Geschichte weiterhin über die KAB schreiben kann. ■

Werner Schwarzer
VizePräsident KAB Schweiz

 

Sie haben es bestimmt gelesen, gehört odergesehen: Ende April feierte der KVW seinen 70. Geburtstag. Wie es sich für einen runden Geburtstaggehört, kamen zahlreiche Gäste, überbrachten Glückwünsche und sprachen nur das Beste über das „Geburtstagskind“. Es wurden auch etliche Bitten und Wünsche für die Zukunft vorgebracht. Damit wäre man bei einem „normalen“ 70. Geburtstag wohl eher vorsichtig. Höchstleistungen werden von einem 70-Jährigen nicht mehr erwartet.

Beim KVW ist das ein bisschen anders. Es gibt den Verband zwar seit 70 Jahren, es gab gute Gründe, ihn 1948 als christlichen Sozialverband zu gründen. Gelebt und gewirkt hat er in diesen 70 Jahren jedoch durch den Einsatz und das Engagement von vielen Männern und Frauen verschiedenen Alters. Angetrieben von Neugierde, vom Wunsch nach Verbesserung und von Nächstenliebe haben sie ihm ein Gesicht gegeben. Egal ob  Jugend oder Frauen, ob Senioren oder Verwitwete, egal ob in den Orten oder auf Landesebene, sie hatten ein Ziel, und dafür haben sie sich ehrenamtlich eingesetzt. Und gemeinsam ist es ihnen gelungen, den Verband 70 Jahre lang auf Kurs zu halten und all das zu erreichen, was nun groß gefeiert wurde.

Ingeburg Gurndin

 

Mit einer deutlichen Forderung nach einem Mindestlohn von 13,44 Euro pro Stunde hat sich die KAB Deutschlands auf den bundesweiten 1-Mai-Feiern positioniert.

Bereits im Vorfeld hatte Augsburgs Diözesanpräses und Betriebsseelsorger Erwin Helmer in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ die Spaltung der Gesellschaft aufgezeigt und Einblicke gegeben, wie der gesetzliche Mindestlohn unterlaufen wird und dass derzeit 8,84 Euro nicht zum Leben reichen. Er unterstrich die Forderung nach einem Brutto-Stundenlohn von 13,44 Euro.

Der unzureichende „Lohn der Arbeit“ stand auch im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung, die der KAB Diözesanverband Mainz gemeinsam mit der Betriebsseelsorge und Kolping am Vorabend nach einer Messfeier mit Bischof Peter Kohlgraf veranstaltete. Prof. Stefan Sell machte in seinem Vortrag deutlich, dass mit dem Niedriglohnbereich die Altersarmut vorprogrammiert ist.

 

Dokumentation zur Sonntagspetition erschienen

München, im Januar 2018. Die Petition „Der Sonntag muss frei bleiben!“ war ein voller Erfolg. Mehr als 62.000 Bürgerinnen und Bürger haben das Anliegen unterstützt und sich gegen die von Karstadt und Kaufhof geforderte Abschaffung des freien Sonntags im Handel stark gemacht. Die Broschüre enthält u.a. die Vorträge, die der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier und der Ladenschlussexperte RA Dr. Friedrich Kühn zum Abschluss der Petition am 18.12.2017 in München gehalten haben. Wirkungsvolle Argumente für einen konsequenten Sonntagsschutz!

 

 

 

Die Digitalisierung der Gesellschaft verändert Gewohnheiten. Sie macht vieles angenehmer und verunsichert gleichzeitig. Dies stellt uns vor viele Fragen. Wir brauchen darum Zeit, um uns gut zu informieren, vertieft nachzudenken und ausführ-lich zu diskutieren, wie wir diese Entwicklung gestalten.

 

Der diesjährige Kettelerpreis der Stiftung ZASS geht an die Flüchtlingshilfe Angermund. Die Flüchtlingshilfe versucht mit vielfältigen Integrationsmaßnahmen und Angeboten den nach Deutschland geflohenen Menschen ein Stück Heimat zu ermöglichen. Im ökumenisch organisierten Stadtteilprojekt werden die Hilfsangebote von verschiedenen Teams organisiert. Es werden Sachspenden und Willkommenspakete verteilt, aber auch Ausflüge, Konzert- und Ausstellungsbesuche organisiert und zum Musik machen, Theater spielen, gemeinsamen Essen motiviert. Insgesamt engagieren sich bei der Integration von Geflüchteten über 100 Ehrenamtliche.

Zur Preisverleihung im Kölner Rautenstrauch-Joest Museum waren Vertreter und betroffene Flüchtlinge aus Tübingen, dem Saarland, Berlin und Angermund bei Düsseldorf angereist. Alle eingereichten Projekte und Initiativen sind geprägt von herausragendem Engagement und die Auszeichnung steht beispielhaft für alle, die sich unermüdlich und mutig für eine welt- und menschenzugewandte Gesellschaft stark machen“, erklärte der Vorsitzende des ZASS Stiftungskuratoriums, Dieter Wagner.

 

 

 

 

 

info3KAB-CH

Diese Ausgabe berichtet über INTERNATIONALES. Im Duden steht darüber zwischenstaatlich, nicht national begrenzt. Einerseits etwas, das mehrere Staaten oder ihre Staatsbürger betrifft, wie beispielsweise internationale Abkommen. Andererseits wird das Adjektiv auch immer dann verwendet, wenn etwas über die Staatsgrenzen hinaus Geltung hat bzw. über sie hinausgeht.

Seit ich 2008 in der KAB Österreich als Bundessekretärin zu arbeiten begonnen habe, war ich immer auch auf internationaler Ebene tätig. Sowohl in der Europäischen Bewegung Christlicher Arbeitnehmer (EBCA) als auch in der Weltbewegung Christlicher ArbeitnehmerInnen (WBCA). Diese Versammlungen und Seminare sind mir sehr wichtig, weil nicht nur die Vermittlung von Inhalten eine Rolle spielt, sondern ich auch die KollegInnen aus den anderen Ländern kennengelernt habe. Ich habe mich immer sehr leicht getan, KollegInnen, die ich persönlich kenne, aus den Ländern anzurufen oder anzuschreiben um Aktionen oder Inhalte abzustimmen.

Aber nicht nur Inhalte werden zwischen den verschiedenen Ländern getauscht, sondern manchmal wechseln auch Menschen, so wie ich, die KAB. Durch meine internationale Arbeit in Österreich lernte ich die Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland sehr gut kennen und schätzen und ich habe nun den Sprung von Österreich nach Deutschland gewagt. Ich bin im Mai 2017 in Krefeld zur neuen Bundesvorsitzenden der KAB Deutschlands gewählt worden. Ein gutes Beispiel wie gute internationale Arbeit funktionieren kann. ■

 

Maria Etl,
Bundesvorsitzende KAB Deutschland

 

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Der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) startet mit dem neuen Jahresthema „Arbeit. Macht. Sinn“ins Arbeitsjahr 2017-18. Der KVW möchte beim Thema Arbeit mitreden, es ist Aufgabe des Verbandes der Werktätigen, die christliche Arbeitsauffassung zu pflegen, Aufklärung zu leisten und Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Neben dem Sinn der Arbeit, geht es auch um Macht. Es geht darum zu schauen, wer über Arbeit entscheidet, wessen Ideen und Vorschläge gehört werden, welche Hierarchien gelten.

KABonline: Was bedeutet Dir die WBCA?

Ulla Heinemann:
Ich finde es beeindruckend, dass sich ein Verband, der sich für würdige Arbeit und Gerechtigkeit engagiert, weltweit vernetzt und damit  ein Netz der Beziehungen schafft, in dem sich Menschen über alle Meere und Grenzen hinweg, unterstützen.

KABonline: Welche Erfahrungen bringst Du mit ein, als deutsches KAB-Mitglied, Weltnotwerk-Vorstandsmitglied und als Engagierte, die viele Kontakte nach Uganda hat und die Anliegen der Menschen dort kennt?

UH: Immer wieder bin ich beeindruckt, mit welchen Mitteln und welchen Ideen es unseren Partnern in Uganda gelingt, den Menschen Mut zu machen, miteinander kleine Schritte zu gehen, um allmählich ihr Leben zu verändern und zu verbessern. Aus meiner Arbeit im Weltnotwerk nehme ich die Erfahrung mit, dass wir hier in Deutschland lernen müssen, Verantwortung abzugeben und das Gegenüber in aller Welt als wirklichen Partner ernst zu nehmen und mit ihm auf Augenhöhe zu verhandeln. Gleichzeitig stellen die Partner unsere Denkstrukturen und Handlungsstrategien un Frage. Das ist meistens unangenehm und fordert uns immer wieder heraus.

 

KABonline: Welche Erwartungen hast Du persönlich?

UH: Aufgrund unserer verschiedenen Lebenskulturen bin ich sehr gespannt auf die Begegnungen und Diskussionen. Ich selber hoffe, viel Neues aus dem Leben der Menschen aus den verschiedenen Ländern und Kontinenten zu erfahren und ein wenig mehr von ihrem Anderssein zu verstehen. Ich freue mich auch auf gemeinsam gelebte Spiritualität.

KABonline: Was nimmst Du als Vertreterin der KAB Deutschlands mit?

UH: Die KAB in Deutschland und Europa nimmt ihr sozialethisch politisches Mandat sehr ernst und engagiert sich für würdige Arbeit und Menschenrechte. Ich möchte diesen Impuls an die Vertreter der anderen Länder weiter geben.

 

 

Source: www.kab.de

 

Obwohl die Fasnachtszeit schon lange vorbei ist, brauche ich für diesen Versand das Zitat Es ist wie die alte Fasnacht: Die erste Ausgabe des neuen Verbandsblattes der KAB Schweiz Info KAB Schweiz ist nämlich bereits Ende März erschienen, die zweite Ausgabe Ende Juni. Die Begründung ist eine Erklärung, aber keine Entschuldigung – die ersten Monate im neuen Jahr waren sehr arbeitsvielfältig und intensiv.