Die EBCA ist ein Zusammenschluss von christlichen Arbeitnehmer*innenbewegungen aus 10 europäischen Staaten. Wir bilden ein Netzwerk für ein sozial gerechtes Europa. Im Hinblick auf die Wahlen zum EU-Parlament, die vom 23. – 26. Mai 2019 stattfinden, legen wir zentrale Forderungen vor, die wir den Kandidat*innen unserer Länder für ihren politischen Einsatz mit auf den Weg geben. Wir kommen so unserer Verantwortung als Bürger*innen der EU nach und bringen unsere Perspektive für ein friedliches und sozial gerechtes Europa in den politisch-gesellschaftlichen Diskurs ein. Es sind diese Punkte, die für uns Grundlage für unsere Wahlentscheidungen sind:

Der Gratmesser allen politischen Handelns

Das Fundament unserer Überlegungen ist die Würde jeder einzelnen Person. Die Politik hat auf allen Ebenen (lokal, regional – auch in einem transnationalen Sinn, national und international) diese Würde, die mit der Proklamation der Menschenrechte vor 70 Jahren durch die Vereinten Nationen eine besondere Strahlkraft entwickelt hat, zu schützen, sie zu fördern und dieses Anliegen als zentrale Grundperspektive der politischen Agenda zu betrachten.

Drei Brennpunkte der gesellschaftlichen Entwicklung

Aus unserer Sicht gibt es in den Spuren von Papst Franziskus drei Brennpunkte, die zueinander in einer Spannung stehen und in eine angemessene Ausgewogenheit gebracht werden müssen, damit man ideologisch aufgeladene Diskurse verhindert: die Ökonomie, die Ökologie und die Sozialpolitik. Eine Ökonomie, die keine Rücksicht auf die ökologischen Konsequenzen ihres Handelns nimmt bzw. die Gemeinwohlorientierung verliert, nimmt ihre ureigenste Verantwortung nicht wahr und ist daher abzulehnen. Genauso ist eine ökologische Ausrichtung ohne Rücksicht auf die ökonomischen Realitäten und die z.B. finanzielle Leistungsfähigkeit der Bürger*innen abzulehnen, weil sie überfordert. Die alleinige Betonung sozialer Forderungen ohne Rücksicht auf die ökologischen und ökonomischen Konsequenzen verengt einerseits den Sozialbegriff und verhindert andererseits die nachhaltige Absicherung der Menschen.

 

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO hat zur ihrem 100. Geburtstag im nächsten Jahr eine Jahrhundert-Initiative zur Zukunft der Arbeit gestartet. Als Teil dieser Initiative fand am 27. November in Brüssel eine hochkarätig besetzte Konferenz zu diesem Thema statt. Organisiert von der Europäischen Bischofskonferenz und der Ilo diskutierten Repräsentanten aus Kirche, EU-Politik und religiös inspirierten Verbänden die Herausforderungen einer sich rasant verändernden Arbeitswelt.

Ausgehend von der Soziallehre der katholischen Kirche und der Papst-Enzyklika „Laudato si“ hat die COMECE in enger Abstimmung mit den katholischen Bewegungen in Europa  das Reflexions-Papier „Die Zukunft der Arbeit gestalten“ veröffentlicht und damit einen öffentlichen Diskurs angeregt. Untersucht werden die Folgen des laufenden Strukturwandels und über die Vision einer menschenwürdigen, nachhaltigen und mitbestimmten Arbeitswelt für alle reflektiert.

Vom 18. Bis 20. Oktober hat in Birmingham das jährliche Seminar der EBCA zum Thema “Digitale Arbeit – Arbeiten jederzeit und überall –Auswirkungen auf die Arbeitnehmer*innen und ihre Familien und die Gesellschaft stattgefunden.

Es haben Vertreter von 12 christlichen Arbeiterbewegungen aus 10 europäischen Ländernteilgenommen, um über die Auswirkungen der digitalen Technologien auf Personen, Familien und Gesellschaft zu diskutieren.

Der Seminarablauf: Mitteilungen aus Erfahrungen und von Zeugen, Präsentationen von Experten, Arbeiten in Gruppen, Dialoge im Plenum usw.

Das Seminar gliederte sich in drei Teile:SEHEN, URTEILEN und HANDELN. Das ist die prägende Vorgehensweise unserer Bewegungen.

Der erste Teil (SEHEN) begann mit Informationen und Erfahrungen zu diesem Thema.Erfahrungen aus Portugal, Spanien und Deutschland wurden geteilt. In ihnen wurden Zeugenaussagen von Arbeitern dargestellt: Arbeit von zuhause aus über Computer in dauernder Verbindung mit der Firma. Lieferung von Mahlzeiten durch Fahrradkuriere. Auswirkungen durch die neuen Technologien der Kommunkation. Informationskampagnen und Sensibilisierung auf eine Arbeit in Würde etc.

Anschliessend gab es eine Präsentation von Tom Watson, stellvertretender Chef der Labour-Abgeordneten im englischen Parlament, welcher sich als Christ definierte. Es ging um das Thema des Seminars und es ging darum, wie dieser neue soziale, technologische und wirtschaftliche Moment das Leben der Arbeiter und ihrer Familien beeinflusst.

 

Menschenwürdige Arbeit für ein gutes Leben für alle

(Ergebnis des Seminars der EBCA zum Thema: „Würdige Arbeit und prekäre Beschäftigung“ vom 12. bis 15. Juli 2017 in Avila/Spanien)

Wir stellen fest:

Viele Menschen leben weltweit unter unwürdigen Bedingungen. Vielen Menschen sind die Grundbedürfnisse nicht garantiert. Ihnen fehlt es an Land, Obdach und Arbeit um menschenwürdig zu leben. Die Globalisierung der Wirtschaft führt nicht gleichzeitig zu einer Globalisierung der sozialen Verhaeltnisse. Die Macht der Konzerne verhindert vielfach eine politische Gestaltung im Sinne der Menschen. Der Kapitalismus ist weltweit die Triebkraft für wirtschaftlichen Fortschritt ohne soziale und ökologische Verantwortung. Arbeit wird zunehmend prekäre Arbeit, die auf der einen Seite Menschen krank macht und auf der anderen Seite Menschen ausschließt. Die Lebenschancen von Menschen sind ungleich verteilt. Armut und Hunger nehmen stetig zu. Viele Menschen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen, sei es auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung oder durch existentielle Not. Das Schicksal der Flüchtlinge und Migranten führt uns drastisch die Ungerechtigkeiten der globalen Wirtschaftsordnung vor Augen. „Diese Wirtschaft tötet!“, sagt Papst Franziskus in seinem apostolischen Schreiben Evangelii gaudium.

 

Sechzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus elf Ländern Europas werden sich vom 12. bis zum 15. Juli im CITES (Centro internacional Teresiano-Sanjuanista) der Diözese Avila (Spanien) zum Seminar und zur Generalversammlung der Europäischen Bewegung Christlicher ArbeitnehmerInnen (EBCA) treffen.

Das Seminar findet zum zweiten Mal infolge in Avila statt und wird die in Europa erlebte Situation im Zusammenhang mit würdiger Arbeit und mit der alarmierenden weltweiten Zunahme der Prekarität behandeln.

Der erste Teil des Seminars widmet sich der Situationsanalyse, die auf der Grundlage von persönlichen Erfahrungsberichten zu den Folgen der aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt erfolgt. AktivistInnen der KWB Belgien und Mitglieder der Organisation HKD Napredak aus Bosnien stellen einen Situationsbericht vor. Anschließend gibt es Zeit für Ūberlegungen und Debatten zur Lage der MigrantInnen und Flüchtlinge, zu der von vielen Menschen erlebten Hoffnungslosigkeit und der fast vollständigen Handlungsunfähigkeit der europäischen Einrichtungen.

Bei ihren Überlegungen werden die SeminarteilnehmerInnen von Alberto Plaza, Jesuit, Direktor von Pueblos Unidos und Mitglied des Jesuiten Migrantendienstes in Spanien, begleitet.

Der zweite Teil des Seminars behandelt die Rolle der ILO und der Arbeitnehmerorganisationen im Bereich der würdigen Arbeit. Referent zum Thema ist Bernard Thibault, ehemaliger Generalsekretär der französischen Gewerkschaft CGT (von 1999 bis 2013) und derzeit Mitglied des Verwaltungsrats der ILO in Frankreich.

Pater Gérard Müller, Präses der EBCA, bietet einen Blick auf die Arbeitswelt im Lichte des Wortes Gottes und der Soziallehre der Kirche an. Im Anschluss an das Referat werden die SeminarteilnemerInnen die in den verschiedenen Vorträgen behandelten Themen in Arbeitsgruppen vertiefen.

Am Freitag (14. Juli 2017) besuchen die TeilnehmerInnen in Ávila zwei Projekte zum Thema würdige Arbeit. Sie werden dort die von der Cáritas diocesana geleistete Arbeit für die Unterstützung bei der Gründung von Kleinunternehmen und die Sondereinrichtung zur Beschäftigung von Menschen mit Einschränkungen (La Casa grande de Martiherrero) kennenlernen. Nach den Projektbesuchen ist eine öffentliche Aktion geplant, bei der die TeilnehmerInnen trotz sprachlicher Schranken auf die Menschen in Ávila zugehen werden, um ihre Meinung zum Thema würdige Arbeit zu erfahren.

Nach Abschluss des Seminars wird die Generalversammlung der EBCA eröffnet und insbesondere die Generalversammlung der Weltbewegung Christlicher ArbeitnehmerInnen (WBCA), die einige Tage nach dem europäischen Treffen stattfindet, vorbereitet.

Für weitere Informationen steht Ihnen Manolo Copé, Koordinator der EBCA, gerne zur Verfügung (+34650574823).

 

Bei einer Konferenz in Straßburg formulierte die „Europäische Bewegung Christlicher Arbeitnehmer/-innen (EBCA)“ einen Appell an die Verhandlungsparteien der COP 21 in Paris und fordert damit die politisch Verantwortlichen auf sich aktiv für das Zustandekommen eines gerechten, verbindlichen und wirklich transformativen Klimaabkommens einzusetzen.

„Die Verhandlungen des UN-Klimagipfels COP 21, die Anfang Dezember 2015 in Paris stattfinden werden, haben für unsere Erde und für die gesamte Menschheit entscheidende Konsequenzen. Im Zentrum der Verhandlungen muss ein verbindliches Klimaabkommen für die Begrenzung der Erderwärmung stehen“, so Bundespräses Johannes Stein als deutscher Unterstützer des Appells.

Zentraler Bezugspunkt für die christlichen Arbeitnehmerbewegungen ist die Enzyklika "Laudato si", die Papst Franziskus in diesem Jahr veröffentlicht hat. Für die EBCA ist die Kernbotschaft, das Armuts- und Umweltfragen nicht voneinander zu trennen sind. „Die Gerechtigkeitsfrage und die ökologische Frage sind zwei Seiten der gleichen Medaille“, so die Vertreter/-innen der zwölf teilnehmenden europäischen Arbeitnehmerorganisationen.

Für die Fehlentwicklungen macht die EBCA die vorherrschende kapitalistische Wirtschaftsweise verantwortlich. Produktionsweisen und globale Finanzbeziehungen sowie ein Lebensstil, der auf Konsum und Ressourcenverbrauch angelegt ist, bedrohen zunehmend das Leben auf der Erde. „Leittragende sind weltweit vor allem die Armen, denen eine lebenswerte Zukunft geraubt wird, weil sie dem Klimawandel, der Luftverschmutzung und der Wasserknappheit nicht ausweichen können“, heißt es im Appell.

Tagesordnung des Treffen

Comece-MTCE Seminario

Von Rerum Novarum (1891) zu Laudato si (2015). Katholische Soziallehre als Referenz für das soziale und ökologische Wohlergehen. Dies war der Titel des Seminars vom 3. Mai 2016 in Brüssel, durchgeführt von COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der europäischen Gemeinschaft) und EBCA (Europäische Bewegung christlicher Arbeiter).

Dieses Seminar betrachtete die Entwicklung der sozialen Botschaft über eine Dauer von 125 Jahren, seit Leo XIII Rerum Novarum geschrieben hatte, über verschiedene Päpste, bis zu Laudato si. Zum Abschluss des Seminars gab es eine Podiumsdiskussion, an welcher verschiedene Sprecher darüber diskutierten. Beigfügt finden sie das Programm (in englischer Sprache).

Das Seminar wurde anschliessend mit einem Gespräch fortgesetzt, an welchem zwei europäische Parlamentarier teilnahmen: Elmar Brok, CDU Deutschland und Patrizia Toia, demokratische Partei Italien. Dazu kam Frau Professor Gabriel Ingeborg, Vize-Päsidentin von Justizia und Pax Europas.

Mehrere Bischöfe begleiteten die Tagung, aber aber Mons . Gianni Ambrosio , Vize-präsident der COMECE und Vorsitzender des Ausschusses für soziale Angelegenheiten, und Herr Patrick H. Daly , Generalsekretär der COMECE waren während der ganzen Tagung anwesend. Neben Aktivisten der Bewegungen Christlicher Arbeiter aus verschiedenen Ländern , die Teil dieser europäischen Bewegung sind , teilen wir dieses Seminar mit den Mitgliedern der verschiedenen Bischofskonferenzen (Deutschland, Frankreich, Irland , etc ...) , religiösen Organisationen, die aufeinander abgestimmt sind auf europäischer Ebene : Caritas Europa, Europäische Jesuiten, Pax und Justitia , katholische Universitäten (Salamanca , Mailand , Leuven, Paris ...) und KEK (Konferenz europäischer Kirchen ) .

 

Otto Meier

 

"Arbeit, Brot und Würde – Die Menschen wollen und verdienen ein besseres Europa"

 

„Alejandro Riega und Veronica Aversa sind sichtbar müde aber glücklich. Drei Wochen waren sie zu Fuß vom äußersten Nordwesten Spaniens nach Madrid unterwegs – wie zahlreiche ihrer Landsleute. Märsche für die Würde nannten sie den laufenden Protest gegen die Sparpolitik des konservativen Regierungschefs Mariano Rajoy.“ (aus Badische Zeitung, 24.3.2014.

Spanien, Portugal, Griechenland, die gesamte EU ist derzeit in einem schlechten Zustand. Die seit Jahren herrschende Krise, die als Finanzkrise begann und sich als Schuldenkrise fortsetzte hat zu einem Vertrauensverlust gegenüber der europäischen Politik geführt, die sich in weiten Teilen gegen das europäische Projekt selbst richtet. Arbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsbedingungen und Niedriglohnbereiche stellen eine große Herausforderung dar. Dramatische Ausmaße hat die Jugendarbeitslosigkeit besonders in den Ländern erreicht, die von der Krise extrem betroffen sind. Angesichts der Krise nimmt die soziale Spaltung in Europa zu. Die soziale Kluft und Ungleichheit in den Mitgliedsstaaten und in Europa wächst. Es ist ein Skandal, dass die Reichen als Profiteure der Krise reicher und die Armen zahlreicher werden.

Die EBCA sieht daher dringenden Handlungsbedarf darin, ein soziales, gerechtes sowie ein glaubwürdiges, überzeugendes und menschliches Europa zu schaffen, um so die Grundwerte der Europäischen Union zu sichern und die Zukunft Europas gestalten zu können. Nur ein sozial und gerecht gestaltetes Europa schafft Akzeptanz und Zustimmung sowie ein Gefühl der Zugehörigkeit der Arbeitnehmer/innen in Europa.

Erklarung der EBCADie EBCA, die 20 Mitglieds-Organisationen in 15 Ländern der Europäischen Union und der Schweiz repräsentiert und koordiniert, lehnt sehr entschieden den Entwurf des Abkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei über die Flüchtlinge ab. Wir sehen in dieser Vereinbarung einen sehr ernsten Rückschritt und eine Nichtbeachtung der Menschenrechte.

Die Länder der Europäischen Union dürfen keine Vereinbarung mit der Türkei unterzeichnen, die im Gegensatz zu internationalem Recht steht. Diese Vereinbarung der Mitgliedsstaaten, verletzt internationale und europäische Konventionen, denn diese verbieten ausdrücklich die Rückführung von Menschen, die Opfer von Verfolgung oder Krieg sind. Ursache dieser Flüchtlingsströme sind immer die Unmenschlichkeiten eines ungerechten Wirtschaftssystems, in dem der Gewinn über der Würde der Person und des Gemeinwohl steht; oder Gewalt durch Krieg Verfolgung oder Hunger erzeugt wird.

Wir können keine Festung Europa aufbauen wo die Menschen zwar ruhig leben können, aber unglücklich sind, weil sie das Stöhnen des Restes der Menschheit hören und nicht stoppen können. Unser Wohlbefinden, das sehr eng mit der Situation anderer Völker verbunden ist, kann nicht gesteigert werden. Es bleibt die Herausforderung, ein Europa der Menschen zu bauen und nicht die Märkte.

Der Europäische Rat vom 17. und 18. März ist von entscheidender Bedeutung und wir müssen unseren Vertreter/innen zeigen, dass viele Organisationen und Einzelpersonen keine Europäischen Union wollen, das gegen Menschenrechte und das Völkerrecht verstößt. Wir laden alle ein, Demonstrationen und den Widerstand zu organisieren und daran teilzunehmen, um die Ablehnung gegen diese unmenschliche Vereinbarung zum Ausdruck zu bringen.

Europa, wo sind deine christlichen und Humanisten Wurzeln?

Machen wir uns die Worte des Evangeliums zu Eigen: “Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen” oder werden wir durch Unterlassung mit schuldig?

Weil wir christliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, erneuern wir unsere Entscheidung, für eine gerechte, brüderliche und nachhaltige Gesellschaft zu arbeiten, in Europa und weltweit. Mit Papst Franziskus erklären wir: “Es ist Zeit, gemeinsam ein Europa zu bauen, das sich nicht um die Wirtschaft dreht, sondern die Unantastbarkeit der menschlichen Person und der unveräußerlichen Werte im Zentrum hat.” „….mögen wir gemeinsam die Barriere der Gleichgültigkeit abtragen, der wir gerne freie Hand geben, um unsere Heuchelei und unseren Egoismus zu verbergen.” (Misericordiae vultus, 15/

Verkündigungsbulle von Papst Franziskus zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit). Tun wir nichts, dann entscheiden wir über die Zukunft der Menscheid. Heute werden uns die Worte von Jesus Christus uns in seinem Evangelium bewusst, die sagen: ” Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.” (Mt 25, 40)

Die Bewegungen der christlichen Arbeiter in Europa bereiten Aktionen zum Welttag für menschenwürdige Arbeit (7. Oktober)

 

 
 
 

http://acocat.org/noticia/propostes-fer-nostre-el-7-o-dia-del-treball-decent


 

DIE VERÄNERUNGEN IN DER WELT DER ARBEIT.

Ursachen und Folgen für die Arbeiter.

 

Vom 27. bis 30. Oktober findet in  CITES (Centro internacional Teresiano-Sanjuanista) der Diäzese von Avila diócesis de Ávila das jährliche Seminar und die Generalversammlung der Europ. Bewegung christicher Arbeit statt. (EBCA).

Das Seminar befasst sich mit den Veränderungen im Bereich der Arbeit sowie mit den Ursachen und Folgen für das Leben der Arbeiterfamilien.

An der Eröffnungssession werden anwesend sein: Der Bischof der Diözese Ávila, Mons. Jesús García Burillo, der Bürgermeister der Stadt, D. José Luis Rivas und der Vizepräsident der EZA (Europ. Zentrum für Arbeiterfragen) Herbert Metzger. Ferner werden anwesend sein:  Manuel Candil, Präsident der HOAC de Ávila und José Fernando Almazán, Präsident der HOAC de España. (HOAC = Christliche Arbeiterbewegung Spaniens)

Der erste Teil des Seminar befasst sich mit der Analyse der persönlichen Erfahrungen und den Folgen, welche sich aus den Veränderungen in der Welt der Arbeiter ergeben. Dabei werden auch junge Mitglieder der  JOC de Ávilaund Mitglieder der  PAH de Ávila. teilnehmen.  

In einem zweiten Teil, während des Vormittags ist dem Thema  Informe durch Cáritas Europa gewidmet:  “Die Armut in Europa beenden. Unsere Vorschlage, dies zu ermöglichen.” Um den Inhalt des Themas zu vertiefen, wird uns Pedro Fuentes, Soziologe und Mitglied der Studiengruppe  Cáritas España. begleiten. Wir zählen auch auf die Anwesenheit von Thomas Wallimann, Leiter des Sozialinstitutes der KAB Schweizwww.sozialinstitut-kab.ch und Präsident a.i. von Justizia und Pax Schweiz Er zeigt Perspektiven der Welt der Arbeit von der kath. Soziallehre bis heute auf.

Am Nachmittag, in Gruppenarbeit, werden wir den Gründen und Folgen der aktuellen Situtation in der Welt der Arbeit nachgehen. Anschliessend besichtien wir die Stadt Avila, im besonderen  Cáritas Ávila um das Programm Arbeit dieser Gesellschaft sowie den Sitz der Arbeiterkommissionen zu kennen um dann am runden Tisch mit Verantwortlichen der Gewerkschaften  USO, UGT y CCOO zu diskutieren.

Im dritten Teil des Seminars befassen wir uns mit den Auswirkungen der Veränderungen der Welt der Arbeiter und was dies für die katholische Kirche und die Gesellschaft bedeutet. Der Inhalt dieses Teils wird durch Montxo López, HOAC de Bilbao y Mitglied der Koordinationsequipe der Arbeiterpastoral der Diözese Bilbao geleitet.

Am Schluss des Seminars findet die Generalversammlung der EBCA statt, welche sich stark mit der Vorbereitung des Weltkongresses der christlichen Arbeiter befassen wird. WBCA welche im Juli des nächsten Jahres ebenfalls in Ávila stattfinden wird, wo sich Vertreter der christlichen Arbeiter aus der ganzen Welt treffen werden.

 

Schlusserklärung des Seminars der Europäischen Bewegung der Christlichen Arbeitnehmer

Die Bewegung der christlichen ArbeitnehmerInnen Europas hat sich vom 27. bis 30. Oktober 2016 in Avila mit dem Ziel getroffen, eine Kenntnisnahme und Bewertung der Veränderungen in der Arbeitswelt vorzunehmen. Auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen und Zeugnisse der durch diese Veränderungen betroffenen Gruppen, haben die SeminarteilnehmerInnen die Ursachen und Folgen dieser Veränderungen für die Jugendlichen und Familien analysiert.

Auch wurde während des Seminars der Berichts von Caritas Europa zur Armut in Europa zur Kenntnis genommen und die Aussichten für die Arbeitswelt wurden im Lichte der Soziallehre der Kirche betrachtet, wobei die durch die Kircheninstitutionen und Gewerkschaften umgesetzten Tätigkeiten aufgezeichnet wurden, angesichts der Herausforderungen für die Einzelpersonen, den Schwierigkeiten folglich der Veränderungen des Arbeitsmarktes entgegen zu treten. Gemeinsam haben die vertretenen Bewegungen die Herausforderungen überdacht, die durch die Veränderungen der Arbeitswelt gestellt werden und deren aktuelle Evolution für die Kirche und die Gesellschaft.

Herausforderungen für menschenwürdige Arbeit

In Caritas in veritate erinnert Benedikt XVI daran, dass menschenwürdige Arbeit "der Ausdruck der wesentlichen Würde jedes Mannes und jeder Frau" darstellt (Nr. 63). Folglich kann der/die ArbeitnehmerIn unmöglich ein würdiges Leben führen, wenn die Arbeit nicht würdig ist. Die zunehmend prekären Arbeitsbedingungen sind eine der verheerendsten Folgen für Einzelpersonen, Familien und für die Gesellschaft. Während seiner Ansprache im Europaparlament im November 2014 meinte Papst Franziskus, dass "es besonders notwendig sei, der Arbeit eine Würde zu geben und gleichfalls die angemessenen Bedingungen zu deren Umsetzung zu gewährleisten".

Wir werden alleine dann Antworten auf die aktuelle Situation der Arbeitswelt finden, wenn wir Wege suchen, der Arbeit eine neue Würde zu verleihen. Dies erfordert eine tiefe Überdenkung der Bedeutung, die wir der Arbeit geben.

Die Herausforderungen, denen wir entgegentreten müssen, sind zahlreiche: den Menschen als Mittelpunkt betrachten, der Arbeit einen Sinn und einen Wert über die Beschäftigung hinaus zuordnen, würdige Arbeitsbedingungen für eine menschenwürdige Arbeit gewährleisten, universeller Zugang zum Gesundheitswesen, zu Unterkunft, Erziehung, usw., ohne dass diese Rechte von einer erwerbstätigen Beschäftigung abhängen. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir durch Robotik und Digitalisierung laufend eine Umwandlung der Arbeitswelt erleben.