Forderungen der Jugendlichen | 7.4.2017Die Katholische Jugend veranstaltete bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit der Katholischen Arbeitnehmer/innen Bewegung die Aktion wir.gestalten.arbeit. Das Projekt fördert die politische Partizipation von Lehrlingen und Jugendlichen beim Einstieg in die Arbeitswelt.

Von 6. bis 7. April fand das Abschlussevent von wir.gestalten.arbeit statt und war ein riesen Erfolg!  150 Lehrlinge, arbeitende Jugendliche und PolyschülerInnen aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol kamen in Wien zusammen, um Visionen zu erarbeiten und diese dann an Nationalratsabgeordnete und InteressensvertreterInnen, darunter auch Maria Etl von der KAB, zu übergeben.

Die Jugendlichen haben im Vorfeld in Gruppen (z.B. Berufsschulklasse) Workshops gemacht und dabei für sie wichtige Themen gesammelt. In Wien wurden diese Themen von allen gemeinsam bearbeitet und zu Visionen verarbeitet:

- bessere Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel in Form von Förderungen,

- einen respektvollen Umgang – niemand sollte aufgrund seiner/ihrer Hautfarbe, Herkunft oder sexuellen Orientierung diskriminiert werden,

- eine faire Entlohnung auch für Lehrlinge oder ProduktionsschülerInnen und

 - kürzere und flexiblere Arbeitszeiten – vor allem die Lehrlinge aus dem Einzelhandel sprachen sich für kürzere Arbeitswochen und für die Beibehaltung des freien Sonntags aus.

 

"Das Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU birgt große Gefahren für Sozial- und Arbeitnehmerechte, für Umweltstandards und demokratische Beteiligungsrechte", betont Wilfried Wienen, europapolitischer Sprecher der KAB Deutschlands. Der katholische Sozialverband ruft daher seine Mitglieder in Nordrhein-Westfalen auf, sich an dem Aktionstag für eine Volksinitiative am 1. April zu beteiligen.

"Wenn wir verhindern wollen, dass Wirtschaftsbürokraten aus Kanada und der EU des sogenannten "Gemischten Ausschusses" in Zukunft über Verbraucher- und Umweltstandards entscheiden und nicht demokratisch legitimierte Abgeordnete, dann  müssen wir uns weiterhin gegen das Freihandelsabkommen zur Wehr setzen", so Wienen. Bereits ab März können einzelne Regelungen des Abkommens in Kraft treten. Dennoch muss CETA noch in 38 national und regionalen Parlamenten der nun nach dem Austritt Großbritanniens noch 27 Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Prozess noch Jahre hinziehen wird. 

66.322 Unterschriften werden benötigt

Zum NRW-weiten Aktionstag am kommenden Sonnabend beteiligen sich auch KAB-Gruppen. Der KAB-Diözesanverband Aachen wird in Herzogenrath mit einer Trommelaktion Unterschriften für die Volksinitiative sammeln. Insgesamt werden in Nordrhein-Westfalen bis zum 14. Mai 66.322 Unterschriften benötigt, damit sich die Abgeordneten des Düsseldorfer Landtages mit dem Vertragswerk und seinen Auswirkungen für das bevölkerungsreichste Bundesland auseinandersetzen. "Es wird dringend Zeit, dass sich die Politiker*innen nicht hinter Beruhigungspillen aus Brüssel verstecken, sondern sich ernsthaft mit dem umfangreichen und weitreichenden Vertragswerk im Sinne der Menschen zwischen Rhein und Weser  beschäftigen", so Wienen.

Breites Bündnis

Das Bündnis „NRW gegen CETA & TTIP“ aus 45 Organisationen und lokalen Gruppen, zu dem auch die KAB Landesarbeitsgemeinschaft NRW gehört, sammelt seit September Unterschriften für die Volksinitiative. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein laufen derzeit Volksinitiativen, mit denen die Landesregierungen dazu gebracht werden sollen, im Bundesrat gegen CETA zu stimmen.

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Die Europäische Union ist ein Glücksfall für die Völker und Menschen in Europa. Sie muss gepflegt und vor allem zu einer sozialen Union weiterentwickelt werden . Europäischer Rat und Europäische Kommission dürfen nicht einseitig Steigbügelhalter von Wirtschaftsinteressen sein, sondern muss ein soziales Europa aller Menschen in den Mittelpunkt stellen". Dies fordert Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB aus Anlass des 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge.

Die derzeitigen nationalen und nationalistischen Bewegungen seien zum großen Teil das Ergebnis einer verfehlten Sozialpolitik. Statt den Menschen in Griechenland zu helfen, wurden lediglich europäischen Großbanken gerettet. Statt jungen Menschen in ganz Europa eine berufliche Zukunft zu ermöglichen, sorgt eine nationale Wirtschaftspolitik dafür, dass Arbeitslosigkeit exportiert wird. Statt eine einheitliche Besteuerung in Anlehnung an die jeweilige Wirtschaftskraft gefährdet Steuer- und Lohndumping einzelner EU-Staaten die Gemeinschaft und sorgen für soziale Ungleichheit. "Europakritiker und Rechtspopulisten nutzen diese soziale Ungleichheit, um Europa weiter zu spalten", betont Luttmer-Bensmann. Das Ziel der damaligen unterzeichnenden Staaten Frankreich, Luxemburg, Italien, Niederlande, Belgien und Deutschland sei die Integration eines Kontinents gewesen, der ein Jahrzehnt zuvor zig Millionen Menschen den Tod, vielen Millionen Menschen Flucht und Vertreibung beschert hatte. "Die Geschichte Deutschlands und Europas ist Auftrag, den Frieden weltweit zu fördern und eine gerechte Weltwirtschaft zu fördern, die arme Länder nicht ausbeutet und ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht. Der KAB-Bundesvorsitzende erinnert an die Worte von Papst Franziskus vor dem Europaparlament, wo er mahnt, dass die Demokratien Europas "ihre reale Kraft - die politische Ausdruckskraft der Völker - verdrängt wird angesichts des Drucks multinationaler nicht universaler Interessen, die sie schwächen und in vereinheitlichende Systeme finanzieller Macht im Dienst von unbekannten Imperien verwandeln".

Die KAB Deutschlands als Mitglied der Europäischen Bewegung Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (EBCA) setzt sich dafür ein, dass Sozial- und Arbeiternehmerrechte einen höheren Stellenwert in Europa erhalten, eine menschenwürdige europäische Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik verfolgt wird und die Wirtschaft, demokratisch, ökologisch und nachhaltig umgestaltet wird. "Mehr den je stelle sich heute die Frage nach den Vereinigten Staaten von Europa, wie sie der damalige britische Premier Winston Churchill eingefordert hat und die der Europarat, in dem sich 1949 zehn europäische Staaten zusammenschlossen, zum Ziel gesetzt hat: den Schutz der Menschenrechte und der Grundfreiheiten. "60 Jahre Frieden und Freiheit sind ein Geschenk, dies zu erhalten, bedarf heute mehr den je unser gemeinsamen Anstrengung und dem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten und engstirnigen Nationalismus", betont Luttmer-Bensmann.

Source: www.kab.de

 

Die zunehmende Altersarmut von Frauen wird von der Politik seit Jahrzehnten hingenommen und vorangetrieben. "Solange die ungerechte Lohnschere zwischen Frauen- und Männerberufen nicht entschieden bekämpft wird, solange trägt die Politik die Verantwortung für die steigende Altersarmut bei Frauen und Alleinerziehenden", betont KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann im Vorfeld des 10. Equal Pay Day am 18. März.

Am 19. März 1911 fand in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA der erste internationale Frauentag statt. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentags unterstreichen, weil der 18. März der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848 war. Inzwischen wird der Tag stets am 8. März gefeiert, für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

Seit langer Zeit kämpft die Katholische Arbeitnehmer Bewegung, auch und gerade als Mitglied der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (WBCA) weltweit für die Rechte der Frau und gegen ihre Ausgrenzung und Diskriminierung.

Frauenrechte - ein weltweiter Kampf
Der  Weltfrauentag hebt besonders intensiv die besorgniserregende Situation der Frauen, die in den ärmsten Ländern der Welt leben, hervor. Immer noch ist im 21. Jahrhundert das Todesfallrisiko afrikanischer Frauen laut der United Nations  weitaus (175%) höher als bei Frauen in den Industrieländern. 

Nur langsam setzt sich auch in Afrika die Erkenntnis durch, wie wertvoll und anerkennenswert die Arbeit der Frauen für die Zukunft dieses Kontinents ist.


Ein Bericht aus Uganda

Vor diesem Hintergrund ein Bericht aus der Partnerorganisation des KAB-Diözesanverbandes Rottenburg/ Stuttgart, die CWM (Catholic  Workers Movement) Uganda

Den Bericht verfasste Janet Nkuraija (CWM-Uganda).

Frauen in Uganda - Kampf um Anerkennung

Am Frauentag wurde ursprünglich nur im Frauenreferat der CWM Mbuya gefeiert.

Wir sind zusammengekommen und haben den Tag für uns gefeiert mit viel Spaß, Getränken und Speisen. Eines Tages wurden wir von einer Frau angesprochen und gefragt, ob wir etwas an dem internationalen Frauentag veranstalten werden. 

Als wir ihr erzählten, wie  wir den Tag normalerweise begehen, ermunterte sie uns, außerhalb unseres Arbeitsbereiches zu gehen und sich mit den Frauen zu treffen die viel und hart arbeiten, dafür jedoch keinerlei Anerkennung bekommen.

So trafen wir uns erstmals im Jahre 2015 mit den Frauen, die in unserer Pfarrei im Kindergarten "Our lady of Africa" arbeiten  Diese Frauen wirken dort schon seit 20 Jahren, voller Liebe und Hingabe, trotz der geringen Bezahlung.

Wir sprachen über ihre Arbeitssituation, den Herausforderungen und die zukünftigen Pläne. Aber am wichtigsten war uns, ihnen unser Dank für ihre Arbeit zu zeigen und unsere Anerkennung auszusprechen Wir überreichten ihnen Nahrungsmittel und kleine Haushaltsgegenstände, dazu noch eine Dankeskarte. 

Dies war unser Danke schön sein für die wundervolle Arbeit mit unseren "Kleinen".

Im Jahre 2016 besuchten wir die Frauen der St.Kizito Elementar- und Sekundarschule. Die größte Inspiration für unser Handeln waren die Worte der Leiterin dieser Schule: “ Jahr für Jahr unterrichten wir diese Kinder, stetig und zuverlässig, wir blicken fast nie zurück. Unsere Antriebskraft besteht darin, den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Wir sind so glücklich darüber, wenn Menschen wie ihr uns aufsucht und uns dankt, uns Anerkennung gebt, das gibt uns Mut und Zuversicht für unsere Arbeit.

Diese Worten zeigten uns, dass wir richtig handelten, ihnen, die bei uns in Uganda "Lasttiere" genannt werden, Motivation geben können, obwohl sie nur äußert schlecht bezahlt sind. Wir saßen noch lange zusammen und es war für alle ein glücklicher Tag.

In diesem Jahr werden wir die Frauen der staatlich geförderten Kiswa Elementarschule, aufsuchen.

KVW stärkt den Blick auf das Soziale und die Benachteiligten

Das Jahr 2016 hat gezeigt, wie eng vernetzt das Leben aller Menschen ist. Deshalb hat der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) wiederholt davor gemahnt, keine neuen Grenzen hochzuziehen und das Land nicht nach außen abzuschotten. „Wir leben in einer globalisierten, vernetzten Gesellschaft, eine Verschließung nach außen ist nicht möglich und vor allem nicht sinnvoll“, sagt KVW Landesvorsitzender Werner Steiner. Steiner sieht eine der Hauptaufgaben des KVW darin, andere Sichtweisen vorzubringen, eine mahnende Stimme zu sein und meinungsbildend sich einzubringen.
 
Kritische und konstruktiv, so wie es im aktuellen Jahresthema heißt, wird der KVW sich auch in diesem Jahr zu Wort melden. „Das Thema der Einwanderung und die Flüchtlinge werden uns noch länger begleiten“, ist Steiner überzeugt. Der Angst, die viele Menschen spüren, müsse mit positiven Ansätzen und Hausverstand begegnet werden. Auf keinen Fall dürfe sie durch Falschmeldungen und Halbwahrheiten weiter geschürt werden. „Das Vertrauen auf die Rechtsstaatlichkeit und in die Humanität der Menschen könne eine positive Einstellung erzeugen. Wenn sich diese in den Köpfen der Menschen festigt, ist ein erster, wichtiger Schritt getan“, findet Landesvorsitzender Steiner.
Viele der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KVW engagieren sich für die Flüchtlinge und Einwanderer. Sie organisieren Treffen, Diskussionsrunden, betätigen sich als freiwillige Sprachlehrer, organisieren Besichtigungen und bringen sich meinungsbildend ein, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen geht.
 
Die Sozialpolitik kann einen Beitrag leisten, dass die Menschen mit etwas mehr Vertrauen und weniger Angst in die Zukunft blicken. Wir leben in einem Land mit einem hohen Wohlstand. Dies müsste doch ein Ansporn sein, das Soziale als etwas Positives zu sehen, meint KVW Landesvorsitzender Steiner. „In der Sozialpolitik sollte nicht in erster Linie das Quantitative, also das Geld, im Vordergrund stehen, sondern es ist eine Frage der Sichtweise, der Haltung, der Einstellung dazu“, sagt Steiner. Und diese sollte positiv sein, sollte nichts mit Neid, Scham oder Ausgrenzung zu tun haben.
Sozialpolitik darf sich nicht an volkstumspolitischen Kriterien orientieren. Die Stärke einer Volksgruppe oder die Anzahl der Ausländer im Land darf nie das Kriterium für die Vergabe sozialer Leistungen sein. Das einzige Kriterium, das zählt, ist der Bedarf, die Bedürftigkeit.
 
In diesem Jahr soll das neue Gesetz zu „Raum und Landschaft“ verabschiedet werden. Dem KVW ist es ein Anliegen, dass ein Stadt-Land-Gefälle verhindert wird. Im ländlichen Raum braucht es Infrastrukturen und Arbeitsplätze, er ist mehr als ein Erholungsraum für die städtische Bevölkerung. In Südtirol wurde in den vergangenen Jahrzehnten eine Landflucht verhindert, die Peripherie wurde gestärkt. „Dies war für die Entwicklung in unserem Land enorm wichtig, deshalb soll auch im neuen Gesetz zu Raum und Landschaft die Stärkung des ländlichen Raumes zentrales Thema sein“, fasst Werner Steiner die Diskussionen im KVW Koordinierungsausschuss zusammen.
 
Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft müssen so gestaltet werden, dass die Balance zwischen Wirtschaften, Umweltverträglichkeit und dem Sozialen erhalten bleibt. So wichtig die Wirtschaft für den Wohlstand im Lande ist, die Umwelt und das Soziale sind ebenso wichtig und ohne dem einen verliert auch das andere.

 

Source: KVW Südtirol : http://www.kvw.org/de/aktuelles/herausforderungen-im-jahr-2017-02012017/

Brüssel, 3. Mai 2016. Die Geschichte der katholischen Lehrschreiben seit „rerum norvarum“, der "Mutter" der Sozialenzykliken, ist eine ständige Antwort auf die Herausforderungen, beziehungsweise auf die Zeichen der Zeit.
Aus Anlass des 125.Jahrstages von „Rerum Novarum“ hatte die Europäische Bewegung Christlicher Arbeitnehmer (EBCA) und die Europäische Bischofskoinferenz (COMECE)  eine internationale Fachtagung „Die katholische Sozialverkündigung als Maßstab für ein soziales und ökologisches Gemeinwohl“ in Brüssel ausgerichtet.

„Angesichts von Panama-Papers, Steuerflucht und Klimawandel ist die Frage der Gemeinwohlorientierung aktueller denn je“, erklärte EBCA-Präsident Otto Meier zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung.

Befasse sich Rerum Novarum mit der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts und fordere eine gerechte Verteilung, um ein „gutes Leben für alle“ zu erreichen, so beschäftige sich Populorum Progresso mit der universellen Gleichheit zwischen den Ländern des Südens und des Nordens, so Prof.em. Friedhelm Hengsbach. "Laudato si" setze mit dem „Gemeinsamen Haus“ den Menschen beziehungsweise die Menschheit insgesamt ins Verhältnis mit Tier, Pflanzen, der gesamten Schöpfung. Papst Franziskus stelle die Machtfrage. Die „Erdengüter“ gehörten nicht jenen, die sie für private Gewinne ausbeuten, sondern allen Menschen. „Rohstoffe und Ressourcen sind globale Gemeinschaftsgüter“, so Hengsbach.

Grenzkontrolle der KVW JugendLandesversammlung des KVW, Flüchtlinge und Grenzzaun

Die Landesversammlung des Katholischen Verbands der Werktätigen (KVW) stand unter dem Motto „Konstruktiv, kritisch gestalten“. KVW Landesvorsitzender Werner Steiner erinnerte an die ureigenen Aufgaben der Sozialbewegung: der KVW „entstand aus dem Ruf nach Gerechtigkeit, nach Bewahrung der Schöpfung, nach Frieden unter den Volksgruppen“. Daran können sich die 3000 Ehrenamtlichen in den 250 Ortsgruppen auch heute noch orientieren. Werner Steiner machte den anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Ortsgruppen aus dem ganzen Land Mut, die Themen aus christlicher Sicht zu beleuchten und einen wachen Sinn für die Mitmenschen einzufordern.
„Eine noch nie dagewesene Herausforderung trifft uns mit den Flüchtlingen“, sagte Steiner. KVW Ortsgruppen und Bezirke nehmen diese Herausforderung an, sind bereit einen Teil der Verantwortung mitzutragen.

Die Sensibilisierungskampagne des KVW Bezirks Bozen mit der Wanderausstellung „Wir in Südtirol“ empfing die Besucher schon vor dem Waltherhaus. Die Aufsteller, die zum Nachdenken anregen sollen, stellen den Menschen in den Mittelpunkt, egal ob Einheimischer, Zugezogener oder Flüchtling, es geht um Hobbies, Vorlieben, Gemeinsamkeiten.
Werner Steiner appellierte an die Politik, sich beim Thema Flüchtlinge nicht mit einfachen Lösungen zufrieden zu geben. „Es ist nicht leicht, in dieser Situation die richtigen Lösungen parat zu haben. Ich finde, dass die Politik noch große Anstrengungen auf sich nehmen muss“, richtete der KVW Landesvorsitzende mahnende Worte an die anwesenden Gäste.

KAB 1 MaiDie KAB Deutschlands spricht sich in ihrem Mai-Aufruf für eine menschenwürdige Arbeit aus. Dies beinhaltet einen Mindestlohn von 12,50 Euro, den Einstieg in die 30-Stunden-Woche, den Sonn- und Feiertagsschutz sowie ein Ende der ausbeuterischen Leiharbeit durch Werkverträge.

"Die menschenwürdige Arbeit ist uns ein zentrales Anliegen zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit", so Bundespräses Johannes Stein. Er ruft die Frauen und Männer in der KAB Deutschlands auf, sich an den Mai-Feiern der Gewerkschaften zu beteiligen und sich gegen die zunehmende Sonn- und Feiertagsarbeit auszusprechen.

Stein erinnert an die Ursprünge des 1. Mai, als 1886 amerikanische Arbeiter in Chicago für einen Acht-Stunden-Tag kämpften und einige sogar ihr Leben verloren. "Der Tag der Arbeit, der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, muss auch das Recht der Arbeitnehmer auf einen arbeitsfreien Sonntag im Blick haben. Wir müssen uns gegen die Versuche vieler Unternehmer wehren, jegliche Zeitsouveranität für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu kappen, diese dem Konsum, der wirtschaftlichen Verwertung und der Profitmaximierung zu opfern!"

Neben der Teilnahme an den bundesweiten Mai-Feiern stellt die KAB auch für die Gottesdienste rund um den Tag der Arbeit Materialien, so eine Gottesdienstvorlage, bereit, um das Thema menschenwürdige Arbeit und den Sonn- und Feiertagsschutz in die Gottesdienste einzubringen. 

"Heute haben wir der Politik eindrucksvoll gezeigt, dass die Menschen in Deutschland Nein zu einer Wirtschaft sagen, die mit den Freihandelsabkommen nur auf Profit und Gewinnmaximierung setzt", erklärte die ehemalige KAB-Vorsitzende Sabine Schiedermeier bei der TTIP-Demo in Hannover.

Gemeinsam mit KAB-Vertretern aus den Bistümern Münster, Köln, Aachen, Würzburg, Hildesheim und Paderborn demonstrierten über 90.000 Menschen in Hannover gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Mit dieser eindrucksvollen Demonstration wollte das Bündnis im Vorfeld des Besuchs des amerikanischen Präsidenten Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Hannover-Messe deutlich machen, dass die Freihandelsabkommen große Gefahren für die Demokratie und für Sozial-, Arbeits- und Umweltstandards bedeuten. 

Demos im Herbst

Das Bündnis, dass lediglich mit etwa 20.000 Besuchen gerechnet hatte, zeigte sich überrascht über den großen Andrang. "Wir können deutlich machen", so Georg Janßen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, "dass wir weder TTIP noch CETA wollen." Umfragen geben dem Bündnis recht. Derzeit stimmen lediglich 17 Prozent für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den vereinigten Staaten.

Das Bündnis hat gleichzeitig zu mindestens sechs Demonstrationen am 24. September in Stuttgart, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt und München oder Nürnberg aufgerufen.  Diese Wirtschaft tötet, erklärte die KAB mit einem Transparent in der ersten Reihe des Demozuges.

Wir in Südtirol

Wir in Südtirol - Wanderausstellung des KVW Bezirks Bozen

Die lebensgroßen Aufsteller stellen Südtiroler und Zugezogene, Flüchtlinge und Einheimische dar. So unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch sein mögen, beim Lesen der dazugehörigen Schilder zeigt sich, dass es viele Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten gibt. Im Mittelpunkt steht nicht die verschiedene Herkunft oder das anders Sein, sondern der Mensch. Gezeigt wird die persönliche Seite, die Interessen, Vorlieben, Einstellungen. Die Initiative zu dieser Ausstellung kam vom KVW Bezirksvorsitzenden von Bozen, Thomas Angerer, die Bilder hat der Fotograf Gregor Khuen Belasi gemacht.
 
„Das KVW Jahresthema ’konstruktiv gestalten’ hat uns dazu gebracht, kritisch hinzusehen und konstruktiv etwas auf den Weg zu bringen“, erklärt Projektleiterin Margareth Fink.
Die Aufsteller werden in den nächsten Wochen und Monaten auf verschiedenen Plätzen im Raum Bozen, im Überetsch und Unterland zu sehen sein. Danach wird die Ausstellung auch in anderen Bezirken zu sehen sein.
 
Den Besuchern der Ausstellung sollen die zwölf, äußerlich sehr unterschiedlichen Menschen auffallen, die trotzdem viele Gemeinsamkeiten haben. „Das ist unser Beitrag für ein solidarisches Haus Südtirol, in dem genügend Platz für alle ist“, sagt Projektleiterin Fink. Ängste, Vorurteile und Ablehnung gegenüber Einwanderern und Flüchtlingen können schon mal vorkommen. Der Katholische Verband der Werktätigen möchte jedoch den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

(Source: http://www.kvw.org )

"Die Bundesregierung lässt die Arbeitnehmerinnen und Arbeit- nehmer sehenden Auges in die Altersarmut laufen!". Dies betont KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann. Der Vorsitzende des katholischen Sozialverbandes verweist auf die aktuelle Studie zur Altersarmut und fordert eine grundlegende Reform der Alterssicherung und eine solidarische Säule in der Rentenversicherung.

Schlechte Stellschraubenpolitik

In einer aktuellen Studie wird davon ausgegangen, dass ab dem Jahr 2030 jedem zweite Rentenbezieher Altersarmut drohe. Betroffen werden vor allem Frauen sein und Beschäftigte im Einzelhandel und Gastgewerbe sowie Teilzeitbeschäftigte, Solo-Selbstständige und Mini-Jobber. "Für Million Rentnerinnen und Rentner werde dies bedeuten, dass sie trotz lebenslanger Arbeit von staatlichen Almosen abhängig sein werden", so Luttmer-Bensmann. Konkret werden ab 2030 von den heute 53,7 Millionen Beschäftigten etwa 25,1 Millionen von Altersarmut bedroht sein.

Dieses Video mit Hintergrundinformationen zu den Freihandelsabkommen TTIP&CETA entstand in Kooperation zwischen der KAB Deutschlands und dem SKM - Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland.

 

kvw slogal

Die Landesversammlung findet am Samstag, 30. April 2016, im Waltherhaus in Bozen statt.

Beginn ist um 9 Uhr mit dem internen Teil.

11 Uhr
Eröffnung des öffentlichen Teils der Landesversammlung durch den KVW Landesvorsitzenden Werner Steiner

Podiumsdiskussion zum KVW Jahresthema "Konstruktiv, kritisch gestalten - wir im KVW und in der Gesellschaft", moderiert von Thomas Angerer.
Es diskutieren: Werner Steiner, Karl Brunner, Josef Matzneller, Martha Stocker, Waltraud Deeg und Philipp Achammer.

Schlusswort des geistlichen Assistenten des KVW, Josef Stricker